Erstellung von Videos für den Chemieunterricht

Im Laufe der letzten Jahre habe ich über 100 Videos mit Experimenten im Chemieunterricht erstellt. Ich sehe darin folgende Vorteile:

  • Schüler die z.B. nicht anwesend waren können das Experiment nachvollziehen
  • die Experimente können vor Klausuren noch einmal nachvollzogen werden.

Was mich am Anfang immer gestört hat war, dass der Hintergrund oftmals nicht optimal aussah.

Gerade bei Experimenten mit Salzlösungen habe ich oft das Problem gehabt, dass man diese nur sehr schwer fotografieren konnte.

In dem Blogbeitrag „Anfertigung von Makrofotografien“ habe ich einen Weg beschrieben, wie ich dieses Problem schnell und kostengünstig gelöst habe.

Abbildung 1: Aufnahme mit Hilfe meines selbst gebauten „Fotostudios“

Ich habe danach damit angefangen dieses „Fotostudio“ nicht nur zur Aufnahme von Fotos zu nutzen, sondern auch für die Videoproduktion. Bei einigen Experimenten reicht die Größe meines „Fotostudios“ allerdings nicht aus, ich wollte aber trotzdem nicht auf diesen Hintergrund verzichten. Für derartige Experimente habe ich mir im Stoffgroßhandel einen blauen Stoff, in der Größe 140 * 200 cm, gekauft. Diesen Stoff habe ich dann an einer Plexiglassicherheitsscheibe befestigt und den Versuch auf einen Experimentiertisch aufgebaut.

Für die Videoproduktion verwende ich immer meine Panasonic DMC-FX35 Digitalkamera und ein Stativ.

Wichtig für Experimentalvideos ist ferner, dass man alles vorher direkt bereitstellt.

Mit der Zeit habe ich dann gelernt, dass es weitaus günstiger ist, für ein Experiment mehrere Videos der einzelnen Arbeitsschritte zu erstellen. Bei meinen ersten Videos habe ich das Experiment durchgängig gefilmt. Bei der Nachbearbeitung habe ich dann gemerkt, dass es länger einen großen Film zu schneiden, als mehrere Videos aneinander zu fügen. Die Unterteilung in Einzelvideos hat außerdem den Vorteil, dass einzelne Experimentalabschnitte über die Verstellung der Clipgeschwindigkeit gerafft werden können.

Bei der Software Camtasia Studio 8 habe ich die Möglichkeit mit mehreren Spuren zu arbeiten. In der ersten Spur habe ich immer den Teil des Videos den ich später veröffentlichen möchte. Ich trenne dort auch erstmal Audio und Video und lösche anschließend die Audiospur. Einen weiteren Experimentalabschnitt füge ich zunächst in einer neuen Spur ein. In dieser neuen Spur trenne ich wiederum Audio und Video und bearbeite diesen Abschnitt bis ich zufrieden bin. Das heißt ich schneide oder ändere die Clipgeschwindigkeit in dieser neuen Spur. Das hat den Vorteil, dass die erste Spur nicht von diesen Änderungen betroffen ist. Wenn ich mit der Bearbeitung fertig bin, ziehe ich diesen Abschnitt auf die erste Spur. Mit weiteren Experimentalvideoabschnitten verfahre ich analog.

Einzelne Arbeitsschritte oder Erklärungen erstelle ich mit Hilfe einer Power Point Präsentation. Diese kann ich dann auch im Bildformat abspeichern. An den entsprechenden Experimentalabschnitten füge ich dann das entsprechende Bild in der ersten Spur ein.

Abbildung 2: „Erklärfolien“ für die Videoproduktion

Wenn ich es für notwendig halte, lasse ich im letzten Arbeitsschritt das komplette Video ablaufen und nutze die Funktion gesprochener Kommentar, d.h. ich vertone das komplette Video in einem Arbeitsschritt.

Ich speichere das Projekt ab und kann es dann veröffentlichen. Für die Veröffentlichung nutze ich YouTube und binde diese Videos in die Lernplattform Moodle ein. Beim Flipped Classroom Unterricht bietet es sich außerdem an eine LearningApp zu erstellen, die sich inhaltlich auf das Video bezieht.

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