Digitale Bildung – Ein Hype?

Die „Digitale Bildung“ ist seit einiger Zeit ein Begriff, den man jeden Tag in den Medien vernimmt.

Ich verfolge die Berichterstattung und die daraus folgenden Diskussionen in den Sozialen Netzwerken. Dabei frage ich mich manchmal, ob es sich um einen „Hype“ handelt, oder ob sich jetzt endlich einmal etwas bewegt.

Durch meine Tätigkeit in der Lehrerfortbildung konnte ich miterleben, dass gerade hier in dieser Stadt ab einem bestimmten Zeitpunkt Interaktive Whiteboards (IWB) durch die Schulverwaltung massiv eingekauft und an die Schulen verteilt wurden. Das Motto „Kreidefreie Schule“ dürfte hinlänglich bekannt sein. Wie sah allerdings die Praxis aus? Schulen wurden mit den IWB’s beglückt, bekamen eine Kurzeinweisung von Seiten des Herstellers und das war es erst mal. Im Laufe der Zeit wurde dann entdeckt, dass eine didaktische Schulung auch nicht schlecht wäre, es musste natürlich erst mal ein Weiterbildungskonzept entwickelt werden.

Wie sieht es heute aus? Die IWB’s sind in den Schulen mehr oder weniger stark im Einsatz. Mittlerweile gibt es aber auch Schulen, die schon längere Zeit mit den IWB’s arbeiten, wo die Technik langsam defekt ist. Für diese Fälle ist aber kein „Sondertopf“ vorgesehen, das heißt damit müssen die Schulen alleine klar kommen. Genauso sieht es auch mit der notwendigen Software aus. Neuerdings liegt die Anschaffung der notwendigen Software auch in der Verantwortung der einzelnen Schule.

Den Whiteboard Herstellern scheint es auch nicht mehr so gut zu gehen. Anders ist die Entwicklung einer neuen Software in Verbindung mit der Verknüpfung eines neuen Lizenzmodells nicht zu erklären.


Bei diesem Lizenzmodell muss beachtet werden, dass vorwiegend Grundschulen mit IWB’S ausgestattet wurden. Bedenkt man die Höhe des Grundschulhaushaltes ist diese schon ein ganz beträchtlicher Beitrag.

Ein weiterer Gewinnversprechender Markt ist offensichtlich der Einsatz von Lernplattformen. Hier sind sogar drei Positionen zu sehen.

  • Einsatz von Facebook, Google Drive, One Drive etc. Hierbei handelt es sich um Plattformen die außerhalb der EU liegen und in vielen Bundesländern nicht eingesetzt werden dürfen
  • Lernplattformen wie Moodle, Lo-Net etc. Wobei wichtig ist klarzustellen, dass der Einsatz von Lo-Net eher rückläufig ist
  • Kostenpflichtige Lernplattformen wie itslearning, oder Scolibri

Beim BMUB haben wir eine interessante Diskussion darüber geführt, welche Anforderungen müssen digitale Medien in den nächsten Jahren erfüllen. In der Arbeitsgruppe sind wir zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Offene Formate
  • Nutzbarkeit auf jeder Art von Endgerät
  • Eine gemeinsame Plattform zum Austausch

Eine Analyse der vorhandenen Ressourcen brachte folgende Ergebnisse:

Das vorhandene ZUM Wiki bietet theoretisch eine gute Plattform. Ein entschiedener Nachteil des ZUM Wiki’s liegt in seinem Aufbau. Grundlage dieses Wiki’s ist wie bei der Wikipedia ein Mediawiki, welches auf einer speziellen Syntax beruht. Diese Syntax stellt aber gleichzeitig eine Hürde dar, wodurch die Verbreitung erschwert wird. Sicherlich wäre dieses anders, wenn ein Editor mit WYSIWYG („Was du siehst, ist [das,] was du bekommst.„) integriert wäre.

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