Sperrung von YouTube in Schulen versus Erziehung zur Medienkompetenz

In der letzten Zeit beobachte ich eine immer stärkere Restriktion der Internetressourcen an Berliner Schulen. Immer öfter treffe ich bei meinen Fortbildungsveranstaltungen auf das Phänomen, das Seiten wie YouTube oder Dropbox selbst an Lehrerrechnern gesperrt ist.

In dem Blogbeitrag „Unterrichtsvorbereitung: Anleitungsfilme erstellen“ von Thomas Seidel wird argumentiert: „Die Filme sollen nicht in einem geschlossenen Lernmanagementsystem „versteckt“ werden.“ 1 Gleichzeitig sagt er: „Youtube ist aus gutem Grund an Schüler-PC gesperrt, in Überlegung war die cleantube-Erweiterung für Fiorefox, die Werbung u.ä. von der aufgerufenen Youtube-Seite ausblendet (allerdings bleibt die Filmsuche). Auch bei Vimeo zu viel ablenkende „Neben“-Links (Werbung…) für Schüler.“ 1

Dieses versetzt mich in Erstaunen. Das Jahr 2011 wurde zum Jahr der Medienkompetenz in der Bildung von dem damaligen Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner ausgerufen.

Er formulierte es folgendermaßen: „Bei unseren Bemühungen um die Qualität in der Bildung dürfen wir auch diesen Teil der Erlebniswelt der Kinder und Jugendlichen nicht ausblenden, und dazu gehören Computer und Internet“. 2

„Damit Schülerinnen und Schüler lernen, kompetent, sicher und verantwortungsbewusst mit den digitalen Medien und dem Internet umzugehen und persönliche Daten sorgfältig zu verwenden, muss sich die Bildungsarbeit nicht nur an die Schüler und Lehrer wenden, sondern auch auch die Eltern einbeziehen.“ 2

Gerade in Berlin gibt es Initiativen, wie das Internet-Seepferdchen bzw. das Neue Modul Medienkompetenz für Eltern, um diese Kompetenzen zu stärken.

Demgegenüber stehen die immer öfter zu beobachtenden Sperren bestimmter Inhalte.

Wie ich bereits in dem Artikel „YouTube Videos ohne Werbung – Einstellungen für Schulen“ erwähnt habe, gibt es das Firefox-Addon CleanTube. Dieses Addon erlaubt nur Videos zu suchen und abzuspielen. Kommentare, ähnliche Videos, Werbevideos, Anmerkungen und die Kanäle etc. werden ausgeblendet. Dieses sollte eigentlich ausreichen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass man diese Filme in einen Blog, Wiki oder in einer Lernplattform einbettet, so dass man gar nicht direkt über den YouTube Channel gehen muss.

Es stellt sich für mich die Frage ob es sich nicht Schulen etwas zu einfach machen, indem man Inhalte sperrt, anstatt zu einer Medienkompetenz zu erziehen.

„Eine stärkere Kontrolle von Kindern und Jugendlichen oder gar eine Sperrung bestimmter Inhalte seien keine Wege zur Vermittlung von mehr Medienkompetenz. Stattdessen ginge es darum, die „Digital Natives“ für die neue Lebenswelt fit zu machen – mit dem Bewusstsein über ihre Risiken, aber auch dem Wissen um ihre Chancen und Potenziale.“ 3

Quellen:

1 Unterrichtsvorbereitung: Anleitungsfilme erstellen | PixelTafel on WordPress.com (2014). Online verfügbar unter http://pixeltafel.wordpress.com/2014/01/04/unterrichtsvorbereitung-anleitungsfilme-erstellen/#more-1001, zuletzt aktualisiert am 04.01.2014, zuletzt geprüft am 04.01.2014.

2 Computer und Medien (2012). Online verfügbar unter http://www.berlin.de/sen/bildung/schulorganisation/computer_und_medien/, zuletzt aktualisiert am 23.03.2012, zuletzt geprüft am 04.01.2014.

3 Lanzke, Alice (2014): Ein Computerraum reicht nicht. ard.de. Online verfügbar unter http://www.ard.de/home/ard/Ein_Computerraum_reicht_nicht/73174/index.html, zuletzt aktualisiert am 04.01.2014, zuletzt geprüft am 04.01.2014.

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