Digitale Schulbücher – Ende des Schulbuches?

Am 28.12.2012 wurde auf der Online Educa in Berlin unter anderem ein Vortrag vom Verband Bildungsmedien e.V. „Digitale Schulbücher – eine Initiative deutscher Schulbuchverlage“ gehalten.
In der Präsentation war sofort erkennbar, dass dieses Angebot auf der Basis von Flash läuft, auch im Pop-up Fenster der Buchanzeige. Es sind diverse Funktionen verfügbar: Suche, Anzeigegröße, Seitennavigation bei Vergrößerung, Inhaltsverzeichnis, Lesezeichen, Notizen, Seite bearbeiten, Ton und Zusatzmaterialien. Hinter „Seite bearbeiten“ verbirgt sich eine Whiteboard Funktion, mit welcher Markierungen, Hervorhebungen und Formen eingefügt werden können. Diese werden gespeichert und sollen synchronisierbar sein, so dass sie auch verfügbar sind, wenn das digitale Buch auf einem anderen Gerät aufgerufen wird.

Eine Anwendung auf einem Smartphone ist zur Zeit nicht möglich. Für das Jahr 2013 ist eine App für Apple geplant.

Eine weitere Recherche im Internet führte mich zu der Internetseite In Zukunft digital. Auch hier werden digitale Bildungsmedien für den Unterricht angeboten.

Es besteht die Möglichkeit einen kostenlosen Testzugang zu beantragen. Somit hat man Zeit das Angebot bis zum Ende Februar zu erkunden.

Bei der Suche nach Chemiebüchern bin ich auf das Werk „Chemie heute“ Sek II vom Schroedel Verlag gestoßen. Beim Öffnen des Werkes fällt zunächst auf, dass das Layout der Buchseiten für Print gestaltet wurde. Das heißt auch in der digitalen Form wird mit Doppelseiten gearbeitet. Zusätzlich zum Buch werden Lehrermaterialien angeboten die zum einen in der Vorschau betrachtet werden können, als auch im Wordformat heruntergeladen werden können. Des Weiteren finden sich die Lösungen zu den einzelnen Aufgaben der Printausgabe und diverse Abbildungen. Betrachtet man die Preise liegt der Preis für eine Online Jahreslizenz mit 14 € deutlich unter dem Preis der CD Version.

Als Fazit kann man zum Digitalen Schulbuch sagen, dass solange sie nur digitale Kopien ihrer Printausgaben sind, werden auch ihre Inhalte weiterhin veralten und nicht aktualisiert werden. Digitale Schulbücher, die regelmäßige, kurzfristige inhaltliche Updates erhalten, können nur als eigenständige Werke ohne Zwangsbindung an Printausgaben existieren. Eine Umsetzung in diese Richtung wird mit Sicherheit noch einige Zeit dauern.

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